Die Trail Sau - das erste Real Scale Modell


Der ein oder andere mag meinen kleinen Pickup aus der Tube bereits kennen.

Es war im Winter 14/15 als ich auf You Tube die Videos eines dänischen RC Defender Clubs entdeckte und mit versteinerter Mine mir all die Filmchen rein zog, die dieser Club mit seinen Defendern gedreht und veröffentlicht hatte.

Mir entglitten zum Teil die Gesichtszüge, weil das was ich da sah wollte ich auch. Die einschlägigen Hersteller dieser Modell Baukästen waren schnell recherchiert, und genauso schnell stand der erste auch in meiner Bastelecke. Doch wie sich mein Modellbau mit diesem Projekt verändern sollte, davon hatte ich noch keinen blassen Schimmer.

Denn beim Bau dieses Wägelchens entwickelte ich den Anspruch welchen dieses Board hier heute im Titel trägt.
 


Mein RC4WD Gelände 2 Land Rover D90 Single Cab - Trail Sow, ein echter Offroader.

Wie das mit großen Jungs halt ist, musste das Ding erst mal laufen, Regler, Servo rein, Winde dran, ein wenig Klimbimm und ab raus damit. Ernüchterung, das Teil ging wie`n Waschbrett, Der Überrollbügel sah aus als wenn`s wolltest aber nicht konntest und überhaupt. "Junge was hast Du getan" fragte ich mich. Und hab alles wieder auseinander gerupft.

Ich kann Euch sagen "ein Laden voller Ideen" . Für 150€Cent wanderte eine Butterdose mit Aclyl Deckel in meinen Rucksack. Nun fröhlich inspiriert radelte mich mein E Bike Heim und zack hatte ich die Fräse in der Hand. Die ganze Scheiben Heckpartie flog raus.
Mein Acryl Deckel auf der Kreissäge filetiert und aus den Rundungen der Ecken meine Seitenscheiben hinten heraus gearbeitet, perfekt. Die Fensterdichtungen hab ich aus einer Isolierung eines PVC Kabels hergestellt. Die Litze gezogen, dann die Isolierung sauber längs aufgetrennt mit dem Scalpel und während ich so damit herum hantierte wurde das Material warm, weich und geschmeidig. Das Resultat seht Ihr hier.

Die Federung musste optimiert werden. Da dachte sich der Fahrradtechniker der auch Spezialist für Luftfederungstechnik ist, Pah wär doch gelacht ...

Denkste ! Erst mal längere Dämpfer rein, dazu neue Aufnahmen gefeilt, damit ich sie höher in den Rahmen stellen konnte. Wollte die Karre nicht zu hoch legen. Naja die ersten Testfahrten zeigten zwar eine Verbesserung, doch zufrieden war Daddy nicht. Fachwissen musste her. So klickte ich mich eine ganze Nacht durch diverse Plattformen im Offroad, Trial und Rally (Dakar) Bereich durch. Dort stieß ich auf zwei Dokumentationen von Profi Dakar Privatfahrern. Eine denkwürdige Lehrstunde für den Jahrzehnte erfahrenen Modellbauer in mir.

Und schon klappte es auch beim Daddy. Hier die erste Dämpferaufnahme für die Vorderachse.

Hier noch das untere Dämpferauge mit der Achsaufnahme. Die zweite Bohrung war für einen Stabi vorgesehen. Die meisten selbsternannten Offroad Freaks propagieren diese raus zu werfen. Der Profi jedoch differenziert hier nach persönlicher Vorliebe. Zumindest an der Vorderachse fahren viele mit Stabilisator, wegen des Gewichts des Motors. So wollte ich mir die Möglichkeit offen halten. Wie Ihr seht klappte das mit dem Hartlöten schon sehr gut. Für die Aufnahme der Feder verwendete ich hier eine 12mm Schnurrolle aus dem Schiffsmodell Bereich. Auf der Oberseite hab ich im seitlichen Kragen einen Ausschnitt von 1/4 ausgenommen. So konnte ich die erste Wicklung der Feder in die Nut klemmen und durch die Ausnehmung die zweite Wicklung heraus führen.

Die Löterei machte inzwischen richtig Laune, da ich es mag etwas von Hand zu schaffen.

Nun arbeiteten meine Dämpfer schon viel besser. Das war bereits auf der Werkbank zu spüren ohne einen Meter zu fahren. Ich war begeistert. Hatte das mit meinen Umbauten zu tun ? Nicht wirklich ! Ich hatte mit einem kleinen Trick den Dämpfern zu einem weicheren Ansprechverhalten verholfen. Denn! Wenn Du die Verschlusskappe der Dichtungen für die Kolbenstange öffnest, kommen zwei Dichtungen und ein Spacer zum Vorschein. Dieser Distanzring ist der Schlüssel dazu. Mit der Höhe dieses Spacers wird eingestellt wie stark die Dichtungen zusammen gepresst werden wenn die Verschlusskappe aufgedreht wird. Durch dieses zusammen pressen steigt die Reibung zwischen Dichtung und Kolbenstange. Nun kann man im 10tel Millimeter Bereich diesen Spacer kleiner machen, um so den Druck auf die Kolbenstange herab zu setzen. Das Ansprechverhalten wird weicher. Der Fachmann redet da vom Losbrechmoment., der Kraft die nötig ist den Dämpfer über die Reibung hinaus in Bewegung zu setzen. Durch weniger Druck auf die Kolbenstange entsteht weniger Reibung und damit geht ein geringeres Losbrechmoment einher. Die Federung wird sensibler. Doch VORSICHT der Grad zur Undichtigkeit ist hier sehr schmal. Es empfiehlt sich hier die Dämpfer verkehrt herum ein zu setzen, bei einem langsamen Scaler. Damit sich um die Dichtungen nicht all zu viel Schmutz ansammelt, ein paar Socken für die Kolbenstange helfen hier noch einmal mehr vor Schmutz zu schützen.. So entsteht weniger Verschleiß an den Dichtungen

Hier unten rechts zu sehen die Spezial Anfertigung einer Schaltklaue, produziert von einem Modellbaukollegen aus einem Nachbarforum. Im Lieferzustand hat das RC4WD Getriebe ein Spiel zwischen Hauptabtriebswelle und Wellenausgang von annähernd einer halben Umdrehung ! Ein NoGo ! Die drei Schaltklauen die auf dem Bauteil zu erkennen sind, haben am original RC4WD Teil nur ein Drittel der Dimensionierung.

Darüber hinaus nervte mich bei den ersten Tests auch das Laufgeräusch des Hauptabtriebes. Dem hab ich anhand des Zahnriemenantriebes von Mecha Plus Abhilfe geleistet. Hier im Bild schön zu sehen ist, wie ich die Umschlingung des Riemens um die Motorzahnscheibe verbessert habe. Um einen besseren Kraftschluss zu erreichen. Einfach eine Motor Befestigungsschraube gegen eine mit 25mm Länge ausgetauscht, eine Distanzhülse angefertigt worauf zwei Kugellager Platz genommen haben. Durch die Langlöcher der Motorplatte, funktioniert diese Umlenkung gleichzeitig als Riemenspanner. Nun aber folgte der Einbau.


Ein letzter Job am Antrieb, ich hörte schon wie die Elektrik nach meiner Aufmerksamkeit schrie, war das Schaltservo. Sorry für das schlechte Bild, habe gerade kein anderes. Ein kleines Servo mit Metallgetriebe  dem ich einen Servosaver aus zwei Kugelschreiberfedern und einem Messingröhrchen gelötet habe, verrichtet seinen Dienst zuverlässig.

Dann fiel mir beim suchen nach einem Teil von dem ich wusste das es da sein muss, (kennt ihr das ?) ein Motörchen in die Hand welches bestimmt schon gefühlte 20 Jahre durch meine Modellbaukisten flog in die Hand. Und ich wusste sofort was ich damit machen würde. Ein 6V Faulhaber Getriebemotor mit integriertem Planetengetriebe. Davon hatte ich tatsächlich vor fast 20 Jahren mal zwei gekauft für ein Schiffsmodell Projekt, jedoch nur einen verbaut. Also wusste ich was für eine Kraft der hat, da er nämlich einmal für eine Ankerwinde bestimmt war.

Sah das ganze einbaufertig dann so aus. Doch der Clou an dieser schlanken und kraftvollen Winde ?

Der ursprüngliche Gedanke war ein einfaches Modell zu bauen zum hernehmen, zum fahren, um ein wenig im Dreck zu wühlen und etwas kraxeln zu gehen. Nichts aufwändiges, Pustekuchen, denkste !
Naja, wie man einen Bausatz zusammen baut muss ich wohl keinem Modellbauer erklären, daher steige ich mit dem aufgebauten Basismodell ein.


Hier noch gut zu sehen die Heckscheibenpartie wie sie im Lieferzustand gearbeitet war. Das ging gaaar nicht, wenn das scheiß Teil nicht schon lackiert gewesen wäre, Grrr.
Mir fehlte die zündende Idee die kleinen Seitenfenster in vorbildgetreuen Zustand um zu bauen. Mehrere Versuche eine Makrolonscheibe in diese Biegung zu bekommen, versagten kläglich. Egal ob ich mit der offenen Flamme, einem Heißluftfön oder dem Backofen experimentierte, immer bildeten sich Blasen im Material. Ich brauchte einen anderen Ansatz. Bei der nächsten Tour durch die Stadt machte ich einen Stop am 1 Teuro Shop.

 

Meine Gedanken schweiften durch die elektrische Ausrüstung. Ein Soundmodul rückte in den Focus der Begierde. Lichtfunktionen sollte er bekommen und ach überhaupt .....
Wenn nicht alles was mit Kabeln zu tun hat mir immer die Nackenhaare zu Berge stehen ließe. Wanderte diese Baustelle erst mal auf die Lange Bank. So machte ich mich erst mal ans Cockpit. Das Armaturenbrett dreigeteilt und umgedreht wieder zusammen gesetzt. So wurde der Rechts- zum Linkslenker. Leider hab ich davon keine Bilder mehr, da ich die Speicherkarte meiner Kamera formatiert hatte ohne die letzten Bilder zu kopieren. Hier aber die linke Fahrer Position gut zu sehen. An Ausrüstung hat meine Elena ein CB Funkgarät bekommen das unter dem Dach hängt. Dazu eine 3D Offroad Satelliten Navigation via Tablet (beleuchtet). Instrumenten Beleuchtung und Innenraum Licht sind ebenfalls realisiert, jeweils schaltbar. Dazu noch etwas Klimbimm. Auf die Elektrik hatte ich immer noch keinen Nerv.

Schraubenfedern mussten her, wie am Vorbild, dass muss wie echt, wie in Realität nachgebaut. Ihr merkt, es packte mich der Eifer, beflügelt von neuem Wissen musste ich die Techniken des Hartlötens mir aneignen. Doch der nächste Dämpfer folgte auf dem Fuße. Mit Baumarkt Material an Hartlot, Flußmittel und Brenner konnte das nix werden. Doch die Tube steckt ja voller Tutorials und promt hatte ich anständiges Material. Die ersten Erfolge stellten sich sofort ein. Ich sag nur Frontargen Hartlot mit 55% Silberanteil als 0,5mm Lötdraht und entsprechendes Flussmittel.

Nun ging es in die richtige Richtung. Bei den Profis hatte ich gelernt das der Wagen tiefer gelegt gehört, aber die Federwege erweitert werden müssen. Das klingt erst Paradox und nicht umsetzbar. Macht aber Sinn ! Denn tiefer gelegt für einen besseren Schwerpunkt. Und längere Federwege für größere Schluckfreudigkeit (na was Ihr wieder denkt!) und weicheres Ansprechverhalten. So kam die erste Achsaufhängung dem Vorbild schon mal einen gehörigen Schritt näher. Die Höhenverstellung ist hier über Spacer unterhalb der Dämpferaufnahme möglich.

 

Und ich hatte immer noch keine Lust auf die Elektrik !

 

So ging es an der Hinterachse weiter, was sich etwas aufwändiger gestalten sollte. Da der Defender hier externe Federn verwendet. Die Lust am Realismus war nun vollends entfacht.

Auch hier wieder die Federn in den bereits erwähnten Schnurrollen gefasst. Oben ist ein alufarbener Spacer zu erkennen, Hier kann ich mit verschiedenen Höhen die Vorspannung einstellen. Eine dreifach Höhenverstellung hab ich ebenfalls integriert, für die Federaufnahme sowie auch oben für`s Dämpferauge.

Nächste Baustelle Getriebe, der Kabelkram lag schon ganz weit in den Tiefen meiner Regale und Kisten.
Die ersten Tests hatten mir gezeigt das der Kamerad nicht genug Schmackes hatte. Das sollte sich mit einem Zweiganggetriebe ändern. Doch bevor das implantiert werden konnte, hatte es noch eine OP am offenen Herzen vor sich.

Sie sollen so leichter in die Taschen der Mitnehmer einrasten. Die Schaltklauen hier sind geringfügig kleiner als die Taschen der Mitnehmer und minimieren das Getriebespiel auf ein Minimum. Zum Einbau musste das gesamte Getriebe zerlegt werden. Dabei stellte ich fest das die Gehäuseform eine echte Sumpfschmierung zuließ. Die eh spärliche werkseitige Schmierung war schnell entfernt. Die Standard Kugellager gleich ausgetauscht gegen hochwertige mit Labyrintdichtringen, also wasserdichte. Als Getriebeöl verwende ich aus meinem Werkstatt Repertoire Rohloff (Fahrrad) Getriebenaben Öl. Und das Gehäuse wurde mit Dichtmasse aus dem Kfz Bereich abgedichtet. Diese blaue Dichtmasse ist auf der Oberseite des vorn angesetzten Schaltgehäuses noch zu erkennen. Als Motor verwende ich den Servonaut TM72, ein ca. 80T Motor mit 5teiligen Anker, ein Kraftpacket mit gutmütigen Anlaufverhalten

Und wer die Fertigungspräzision von RC4WD kennt, dem schwant hier böses. Die Aufnahmen stimmen mit dem Stock Getriebe überein, doch Getriebeausgangswelle und Eingangswelle des Wechselgetriebe in der Mitte, hatten 1,5mm Versatz ! Durch weiten der Befestigungsbohrungen im Rahmen konnte ich dem schon etwas entgegen wirken. Doch die Wellen waren kaum ohne Versatz in die Flucht zu bekommen. Eine starre Kupplung kam nicht in Frage, für eine Kardanwelle war der Abstand zu kurz, was tun ? Tage zuvor hatte ich mit einem Freund an seiner neuen CNC Fräse geholfen die er sich gerade aufbauen wollte. Dabei sind mir ein paar Rotex Klauenkupplungen (Bild oben) im Gedächtnis geblieben. Beim großen "C" wurde ich sofort fündig und Tage später hatte ich die perfekte Lösung auf der Werkbank liegen. Perfekt weil ! Durch das Gummielement ist sie nicht nur in der Lage einen Achsversatz von bis zu 1.2mm auszugleichen, sie entkoppelt das Getriebe auch gleichzeitig noch akustisch vom Antriebsstrang. Genial !

Die Rolle musste ich mir noch von einem Freund drehen lassen, heute kann ich das daheim selbst. Ein Winkelblech angefertigt mit passenden Aufnahmen.

Sie passt in die Stoßstange und vollbringt die Power welche die Attrappe oben nur simuliert. Der kleinen Winde oben hab ich das Seil verklebt und sie dreht tatsächlich parallel dem Faulhaber mit. So ist die kleine Winch in der Lage den Boliden, der heute 5,8Kg wiegt, zur Decke hoch zu ziehen und mehr. Da ich auf der internen Rolle über 5m Stahlseil mit 0,5mm Querschnitt und 20Kg Bruchlast habe, welches sie mir schon zwei mal gewreckt hat. Das sie über einen eigenen Regler stufenlos zu steuern ist brauche ich wohl nicht erwähnen.


Damit kam ich was die technische Ausrüstung angeht plötzlich ans Ende. Was bedeutet, dass ich mich nun wirklich um die Elektrik kümmern musste. Hatte ich schon erwähnt das ich Kabelgedöns überhaupt nicht mag ?

Also Fahrwerk passte, Karosse war ich auch mit einverstanden, Innenraum stand auch. Naja, ich hatte mir ein paar solcher Dosen und Flaschen kommen lassen mit Zeug zum altern und verwittern. Was für mich noch mal echtes Neuland war. Am Fahrwerk an den Achsen hatte ich mich damit schon mal versucht, gar nicht schlecht. Doch nun die Karo ein zu sauen, all die Arbeit zunichte machen ?
Ich hatte Respekt vor diesem Job und traute mich nicht so recht daran. Doch ich wollte Realismus, einen gebraucht Zustand haben. Und wieder wurde ein Abend sehr lang. Die Flasche Jack wurde langsam leerer und der Mut größer, des Nachts um halb zwei nahm ich die Pinsel in die Hand. Meine kreative Stunde hatte mir geschlagen. Als ich am Sonntag Morgen vor mein Werk trat, stand da vor mir ein Wägelchen das aus sah als wenn es gerade aus der Wüste kam. Genial ! Kleine Roststellen überall, in den Ecken wo sie zuerst entstehen. Überall Sandstaub bis in die Kabine in jede letzte Ritze. Echter "Used Look" ohne zu übertreiben mit dem auftragen von Patina, meinen Pülverchen und Süppchen die ich gebraut hatte. Cool, ich war aus dem Häuschen.


Doch plötzlich durchfuhr es mich, was hatte ich getan, ich hätte schreien können.


Was stimmt hier nicht ? Bilderrätzel ! Bitte scroll mal grad nicht weiter. Findest den Fehler ? Eine grobe Verfehlung, ein NoGo !

Ich hatte nach meinem Cockpitumbau nicht bedacht das ich die Scheibenwischer auch dementsprechend umdrehen muss ! Hier die Korrektur, wozu eine neue Windschutzscheibe fällig war und eine neue Dose Lack da die alte ausgehärtet war. Da ich 2K Sprühlacke verwende. Fehler die Mann nur einmal macht.

Auf jeden Fall sieht die Kleine jetzt auch was !

Dann kam was kommen musste. RC Box 1.0

Ich hatte mir viele Gedanken gemacht dazu inzwischen und das Konzept stand im Prinzip. In einer ersten Lösung hatte ich eine kleine Box auf dem Chassis hinten, plus einer zweite in der Karo mit der Lichtsteuerung. Doch kam ich mit meinen Kabelgedöns überhaupt nicht klar. Bis der Gedanke zu dieser Box kam. Man kann heute Elektronikkomponenten mit diversen Mittelchen temporär wasserdicht machen. Doch die Götter der Kapillarwirkung in den Litzenkabeln machten mir Kopfzerbrechen. Ich hatte von Platinen gelesen die unterwandert wurden, ach und wer weiß was. So entstand der Ansatz alles in einer wasserdichten Box unter zu bringen was zu schützen war. Hier sind nun untergebracht Empfänger, Soundmodul und ein 2 Kanal Switch der von außen geschaltet wird via Magnetschlüssel.

Ich hasse Kabelchaos, hatte ich das schon erwähnt ? Aber gut nutzte ja nix. Komme ich zum viel diskutierten Reglerthema. Ich hatte ja nun meinen Anspruch an Vorbildnähe zwar noch nicht ausentwickelt, war aber doch schon sehr weit fortgeschritten. Überall redete man von Servonaut T20/T24 als NonPlusUltra. Ich bin heute froh das T20 ausverkauft war und T24 noch nicht produziert. So hab ich zwei 50€ Mtronicks Truck Regler verbaut die ich noch rum liegen hatte. Für die Winde zwar überdimensioniert hoch zehn. Aber egal, er lag rum und es gab noch einen dritten. Also rein damit. Schön war das sie von Haus aus vergossen und damit wasserdicht waren. So fanden sie Platz in den Sitzen des Innenausbaumoduls

So sieht`s dann von hinten aus.

Dieser Switch schaltet zwei Kreise parallel ein und aus. So konnte ich für Empfängeranlage und Antrieb separate Stromkreise realisieren. Schön an dieser Lösung ist das beim ausschalten auch alle Komponenten wirklich stromlos sind. Und nicht beispielsweise ein Windenregler im quasi Standby bleibt. Da mein Empfänger eine direkte Stromeinspeisung seitens des Herstellers via MPX Stecker hat. Hab ich vollen Saft auf dem Servo und benötige keinerlei BEC.


Doch warum bin ich heute froh das der Servonaut Regler nicht den Weg in diesen Truck gefunden hat ? Es ist mein Ansatz RealScale ! Ich hab noch nie ein Geländefahrzeug gesehen das soooo langsaaaam über irgendwelche Hindernisse kriecht. Sowas ruckelt, stoppt und rappelt ständig. Dieses schnecken- oder zeitlupenartige Scalen, wie es die Prof`s im bekannten großen Nachbarforum zur hohen Kunst erhoben haben, ist einfach nicht meins. Da ich kein 1:1 Fahrzeug kenne das so zu bewegen ist, ist es für mich nicht vorbildgetreu ! Ne anständige Bremse haben andere Regler auch, sogar einstellbar, während der Fahrt vom Sender aus. Meine 50€ Gurken tuns da auch.

Hinten schön zu sehen die RC Box mit ihren eingesetzten Buchsen über die ich sämtliche Kontakte von außen ab nehmen kann. Davor noch eine kleine Box, hier ist das Lichtmodul unter gebracht. Schön zu sehen auch der Kabelbaum welcher zur Karosse führt. Am Rahmen vorn gibt es eine Schnittstelle über 2,5mm Bananen Stecker/Buchsen wo der Baum aufgetrennt werden kann. Beim Aufsetzen der Karo legt er sich hinten um die RC Box herum und ist so lang genug um beim Akkuwechsel den Body bequem daneben stellen zu können.

Und die erste Ausfahrt nach nun fast 16 Monaten Bauzeit war gigantisch, was hatte dieses Teil ein Kraft unglaublich. Im ersten Gang aus den Stand drückt das Wägelchen 10Kg ohne eine Motorumdrehung !!! Ein Steigleistung die damit einher geht beängstigend.

 

Schräglagen fahrend sind bis zu 43° möglich, mit den hier montierten in der Größe mit 103mm grenzwertigen Trail Buster Reifen etwas weniger. So übertraf das Modell alle meine Erwartungen. Die Fahrleistungen sind für mich im richtigen Rahmen, im ersten Gang 3/3,5Kmh, zweiter Gang was von um die 6Kmh. Die Untersetzung am Haupt Abtrieb werde ich noch mal von 5:1 auf 4:1 herab setzen. Da der Kamerad im zweiten Gang immer noch den Deich hinter der Schafherde hoch fährt.

Doch der nächste Gau wollte nicht lange auf sich warten lassen. Die Box war zu hoch ! Das bedeutete der Boden der Ladefläche musste raus, mir fehlten 3mm um die meine Box unten unter der Stoßstange hervor lugte, die Federung war dadurch auch eingeschränkt. Die Karre war fast fertig und dann sowas, ich hätte schreien können. Aber gut ich hatte keine Wahl. Der Frühling 16 war bereits im Gange, ich wollte raus mit dem Teil. Daher die Fräse raus, der Ladeboden raus und einen neuen Eichen Holzboden ein gezimmert. Der steht nun etwas weit oben, Doch wenn ich meinen ganzen Kram hinten drauf hab sieht das kein Mensch mehr.

So kam der Abend an dem ich zum ersten mal den Zündschlüssel benutzen wollte. Tagelang hatte ich in den Kabeln gehangen, Skizzen und Legenden angefertigt, was wo wie verdrahtet ist und überhaupt. Hatte mich echt reingebissen in die Sache. Tüdelüt ... beep Ruhe .... LED leuchtet green... TBS Wahlschalter Befehl 1 zurück, auslösen vor und die Karre ratterte los, alle Funktionen auf anhieb programmierbar keine Fehler alles lief auf Anhieb !!!   Klar hatte ich das Benedini TBS vorbereitet und programmiert, etc. doch es war das erste einschalten nachdem alle Komponenten zusammen gefügt und angeschlossen waren. Alles funktionierte fehlerfrei.


So kann ich nach einer Saison im harten Gelände Einsatz sagen das ich noch keine Defekte hatte und das Ding geht wie die sprichwörtliche Sau, durch allen Dreck. 

Es war eine Aufgabe aber auch ein Abenteuer, der Bau dieses Wägelchens. Und am Ende war ich happy über das Resultat. Der Anspruch der Vorbildnähe war geboren. Der Begriff Scaler ging mir auf die Nüsse, immer mit diesen Plastikchassis in eine Kiste geworfen zu werden.

So begann ich bei uns im Club die Jungs als Baukastenschrauber zu necken. Und es entstand der Ausdruck "RealScale". So stecken in diesem Wägelchen die Wurzeln dieses Boards.

 

 

Danke für Deine Aufmerksamkeit,
ich freue mich auf Dein Feedback
und wenn Du Fragen hast, gerne, her damit !

So schließe ich meine Fahrzeugvorstellung hier mit einem meiner Filmchen aus 2016.


Mehr Filme gibt's auf meinem Kanal in der Tube "Daddy`s Flimmerkiste auf You Tube"

sonnige Grüße aus der OffRoadLounge

Trail Daddy


 

Die kleine Dreck Sau erfährt ein umfangreiches Update, um mehr zu erfahren